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Atemholen für die Seele: Die Restituta-Kapelle im Hartmannspital in Margareten

Die selige Maria Restituta, 1998 in Wien von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen, ist die erste Märtyrerin der Erzdiözese Wien.

Ganz im Sinn der unterschiedslos auf alle Menschen - gleich welcher nationalen, religiösen, sozialen oder politischen Herkunft – zugehenden seligen Restituta steht ihre Kapelle Gläubigen wie Nichtgläubigen oder Andersgläubigen zum Atemholen für die Seele als Raum der Stille und Andacht offen.

Einige Elemente aus diesem Raum laden besonders zur Andacht oder zur Meditation ein.

Die franziskanische Prägung zeigt sich bereits über dem Eingang in dem in Glas gearbeiteten franziskanischen Wappen, das auch nochmals in der Kapelle an der Sakristeiwand in Messing dargestellt ist. Im Innenraum lädt der „Sonnengesang“ (Lobgesang der Schöpfung bzw. der Geschöpfe auf Gott) des hl. Franziskus von Assisi zur Meditation ein: Die zwei kleinen Fenster gegenüber dem Eingang gelten der Sonnenstrophe, die den Tabernakel aus Messing umschließende rote gläserne Flamme symbolisiert die dem Element Feuer zugehörende Strophe und zugleich den Ordensnamen der Franziskanerinnen „von der christlichen Liebe“ sowie die Liebesgabe der Eucharistie.

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(c) Franz Josef Rupprecht

Tisch des Wortes und des Brotes

Auf die Eucharistiefeier mit dem Tisch des Wortes und dem Tisch des Brotes verweisen zunächst die den Tabernakel flankierenden franziskanischen Gründergestalten: der hl. Franziskus, mit der Hl. Schrift in einer Hand, deutet mit der anderen Hand auf die von der hl. Klara von Assisi gehaltene Monstranz. Als Vorbild für diese in Südtirol holzgeschnitzten modernen Relieffiguren diente ein mittelalterliches Tafelbild. Der Altarfuß aus Kunststoff hat die Form einer aus vielen Kornähren gebildeten, gebundenen Garbe, während der Ambo daneben als ein auf Christus hinweisender Weinstock gestaltet ist. Das Motiv von Brot und Wein kehrt als Brotlaibe und Trauben auf den Tabernakeltüren wieder. Ein eigens für diese Kapelle geschaffener Kreuzweg von 15 Messing-tafeln fügt sich in die Aussage der übrigen Kunstwerke harmonisch ein. An bevorzugter Stelle an der Sakristeiwand befindet sich eine kleine Statue der Schmerzhaften Muttergottes, eine Kopie jener Figur, die einst im Zimmer der seligen Restituta stand und ihrerseits eine Kopie der barocken Gnadenstatue aus der Herzogspitalkirche in München darstellt. Vor dieser kleinen Statue in ihrem Zimmer hat laut Zeugenaussagen die selige Restituta täglich den Sieben-Schmerzen-Rosenkranz gebetet, um für fremdes und eigenes Leid Kraft zu erbitten.

In guten Händen. Im Ordensspital.